Tanzen gegen den Stress

Tanzen hilft nachweislich dabei, Stress abzubauen, die Resilienz zu stärken und das Wohlbefinden zu verbessern. Eine europäische Übersichtsarbeit fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zusammen.

Eine Gruppe von Frauen und Männern beim Tanzen in einem Fitnessraum

©Jack F. - stock.adobe.com

Es gilt als medizinisch gesichert, dass körperliche Aktivität Stressabbau fördert. Tanzen vereint in einzigartiger Weise mehrere stressregulierende Eigenschaften wie soziale Kontakte, Musikhören und Bewegung. Und hilft daher vielleicht auch gegen Schmerzen, da Stress zu körperlichen Symptomen wie z.B. Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen führen kann.

Dr. Jonathan Skinner von der University of Roehampton in London und seine dänischen und niederländischen Kollegen untersuchten die Rolle des Tanzens in der Stressregulation. Zudem wertete das Team auch entsprechende Erkenntnisse zu Musik, Rhythmus und sozialer Interaktion aus, die wichtige Komponenten des Tanzens sind. Hierfür analysierten sie wissenschaftliche Arbeiten aus verschiedenen Disziplinen wie Psychologie, Neurobiologie und Physiologie.

Was Tanzen bringt

Das Forscherteam fand starke wissenschaftliche Belege für die positiv stressregulierende Wirkung von Musik, sozialer Interaktion und Bewegung. Diese zeigen, dass Tanzen den Stressabbau fördert und die Widerstandskraft gegen Stress stärkt. Erkenntnisse aus der neurobiologischen Forschung zeigen, dass Musik, soziale Kontakte und (anstrengende) körperliche Aktivität die Spiegel von Dopamin, Oxytocin und β-Endorphin erhöhen, was sich positiv auf die Stressregulation und das Wohlbefinden auswirkt. Des Weiteren besitzt Tanzen eine wichtige soziokulturelle Bedeutung, die Menschen einen Raum zur sozialen Bindung und für kollektive Bewältigungsstrategien bietet.

Zudem Musik kann auch helfen, Ängstlichkeit, Nervosität, Unruhe und Kummer zu lindern. Physiologisch gesehen senkt als angenehm empfundene Musik die Herzfrequenz, den Blutdruck und den Spiegel des Stresshormons Kortisol.

Tanzen hilft im Umgang mit Stress- und Druck-Situationen

Dr. Skinner resümiert: „Es ist faszinierend zu sehen, wie etwas so Unterhaltsames wie Tanzen tiefgreifende Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit haben kann. Unsere Forschung zeigt, dass wir durch Tanzen einen natürlichen Stressabbau-Mechanismus anzapfen können, der unsere Widerstandsfähigkeit stärkt und uns hilft, mit dem täglichen Druck umzugehen.“

Die Übersichtsarbeit ist die erste, die Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen zu den stressregulierenden Wirkungen des Tanzes zusammenführt. Sie zeigt, dass Tanz ein großes Potenzial hat, die Stressbewältigung und die Resilienz auf mehreren Ebenen zu fördern. Gleichzeitig hat das Forscherteam festgestellt, dass die vorhandenen Erkenntnisse häufig noch durch eine enge Fokussierung auf Merkmale wie die Intensität der Bewegung eingeschränkt sind. Für ein ganzheitlicheres Verständnis der zugrundeliegenden Stressregulationsmechanismen besteht also noch reichlich Forschungsbedarf.

Quelle: Klaperski-van der Wal S, Skinner J, Opacka-Juffry J, Pfeffer K. Dance and stress regulation: A multidisciplinary narrative review, Psychology of Sport and Exercise (2025). DOI: 10.1016/j.psychsport.2025.102823

äin-red
März/April 2025


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